Programm

Übersicht

  • Vorrede
    Paul Michael Zulehner (AT)
    Willkommenskultur. Entängstigt euch!
  • Eröffnungsrede
    Eszter Gabriella Bánffy (AT), Peter Alexander Thomaset (AT)
    Das Erbe der Väter ist die Gesamtheit der Erfahrung
    aller Jahrhunderte des menschlichen Seins
  • Eröffnungsvortrag
    Hans Eidenberger (AT)
    Man(n) ist allein … die Liebe schuldig
  • Annette Kaiser (CH)
    Übungsweg des Herzens
  • Rotraud A. Perner (AT)
    Erbverzicht – oder besser doch nicht?
  • Angaangaq (GL)
    Schmelzt das Eis in euren Herzen!
  • Galsan Tschinag (MN)
    Geistige Umkehrung zum Überleben der Menschheit
  • Gabriel Looser (CH)
    Was in uns nicht stirbt
  • Linda Jarosch (DE)
    Königin und wilder Mann
  • Reinhold Hermann Schäfer (DE)
    Wie ich durch meine Vaterwunde zum Mentor wurde
  • Franz Alt (DE)
    Flüchtling: Jesus, Dalai Lama, Franziskus … und andere Vertriebene
  • Geshe Tenzin Dhargye (IN/AT)
    Heilung durch innere Stärke
  • Ulrike Hobbs-Scharner (DE)
    Das Feuer des Herzens
    ————————–
  • Angaangaq (GL)
    Mann und Frau – zwei Flügel eines kraftvollen Vogels
  • Christiane Grünecker (PT/DE), Walter Friedl-Grünecker (PT/DE)
    Die Kraft unserer Vorfahren
  • Helga und Manfred Weule (AT)
    Geschichten, die unsere Ahnen erzählen: Inanna und Gilgamesch
  • Bernhard Huter (AT)
    Stellvertretende Vaterschaft
  • Werner Laminger (AT)
    Vater sein – Samenspender, „Daddy cool“, Lebenspartner?

Vorrede
Paul Michael Zulehne
r (AT)
Willkomenskultur. Unsere Väter lebten sie.
Und wir haben Angst. Entängstigt euch also!
Vortrag
Österreich hat eine hohe Kultur der Gastfreundschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg, nach den Aufständen in Ungarn 1956 und in Prag 1969 hießen wir Flüchtlinge willkommen. Jetzt haben wir Angst vor Flüchtlingen – gerade wir Männer! Es lohnt sich, sich neuerlich zu ermannen und die Angst zu besiegen.

Eröffnungsrede
Eszter Gabriella Bánffy (AT), Peter Alexander Thomaset (AT)
Das Erbe der Väter ist die Gesamtheit der Erfahrung
aller Jahrhunderte des menschlichen Seins
Das Erbe der Väter ist die Gesamtheit der Erfahrung aller Jahrhunderte des menschlichen Seins. Und diesen Erfahrungen wollen wir uns stellen und sie zugleich alle fokussieren. Jede und jeder kann diesem Erbe in ihrem bzw. seinem entsprechenden Anteil begegnen. Dieser Anteil ist jeweils unser persönliches Sprungbrett in die Transzendenz Gottes.

Eröffnungsvortrag
Hans Eidenberger (AT)
Man(n) ist allein … die Liebe schuldig

 

Annette Kaiser (CH)
Übungsweg des Herzens

Vortrag und Workshop
Wer sind wir? Woher kommen wir eigentlich und wohin gehen wir? Das sind die Urfragen jedes Menschen. Sie steigen in uns plötzlich hoch, ob jung oder alt, Frau oder Mann. Dann nämlich, wenn etwas in uns berührt oder erschüttert ist. Der Weg des Herzens geht diesen Fragen nach, deckt Verborgenes auf, bringt Dunkles ans Tageslicht, lässt Wunden heilen, auch solche, die systemisch sind. Der Herzensweg bringt Licht in unser Leben, erinnert uns daran, wer wir schon immer waren, sind und sein werden. Der Herzensweg bereitet den Weg, um Himmel auf Erden zu verwirklichen. Es bedeutet, das Leben zu feiern – Jetzt – genau so!

Rotraud A. Perner (AT)
Erbverzicht – oder besser doch nicht?

Vortrag und Workshop
Ob jemand ein materielles Erbe antritt oder ausschlägt, hängt meist davon ab, was an Schulden gleichzeitig übernommen werden muss. Auch auf dem ideellen Erbe der Väter lasten oft Schulden, und auch diese werden oft erst mit Zeitverzögerung bewusst. Dann stellt sich die Frage, wie man sie tilgen kann – ohne zu vertilgen. Denn oft wird alte Gewalt wieder nur mit Gewalt beantwortet anstatt Transformation zu suchen und zu versuchen.
Es reicht nicht, nur individuelle Schuld zu thematisieren, wie vielfältig sie auch auftreten mag, oder kollektive – es reicht auch nicht, in der Geschichte Ursachenforschung zu betreiben – wir müssen das gegenwärtige Erbe in uns erkennen und depotenzieren lernen.

Angaangaq (GL)
Schmelzt das Eis in euren Herzen!
Vortrag (in Englisch mit deutscher Übersetzung)
Nur indem wir das Eis im Herzen des Menschen schmelzen, hat der Mensch die Chance sich zu ändern und sein Wissen weise anzuwenden. Die größte Entfernung im Dasein des Menschen ist weder von hier nach dort, noch von dort nach hier. Nein, die größte Entfernung im Dasein des Menschen ist von seinem Verstand zu seinem Herzen. Nur indem er diese Distanz überwindet, lernt er wie ein Adler zu segeln und seine innere Unermesslichkeit wahrzunehmen.

Angaangaq (GL)
Mann und Frau – zwei Flügel eines kraftvollen Vogels
Workshop (in Englisch mit deutscher Übersetzung)
Mann und Frau ergänzen sich wie die zwei Flügel eines Vogels. Damit das Leben kraftvoll und schön ist – damit der Vogel des gemeinsamen Lebens abheben kann – braucht es beide Flügel. Balance zwischen den Geschlechtern heißt nicht, die Unterschiede auszublenden, sondern sie zu achten und zu einem kraftvollen Leben zu ergänzen. Wenn Männer wie Frauen bereit sind, ihre Besonderheit und Verantwortung anzunehmen, wird auch unsere Gesellschaft zu Blüte und Schönheit wachsen. Die Weisheit der matriarchalen grönländischen Tradition erinnert an ein gleichberechtigtes und kooperatives Zusammenleben in Balance und gegenseitigem Respekt.

Galsan Tschinag (MN)
Geistige Umkehrung zum Überleben der Menschheit
Vortrag und Workshop (in Deutsch)
Aus der Sicht eines Nomaden, der die Natur als Höchstes ehrt, liegt es nahe, nichtige Dinge abzutun und einfachste Künste des Lebens  zu beherrschen. Ein harmonisches menschliches Miteinander aufzubauen, das in der Familie ihren Anfang nimmt, wird eine unserer wichtigsten Aufgaben sein. Denn in der Kunst des Mitfließens liegt die Kunst des Geduldens eingebettet, die die Begrenzung der Gier in uns selbst bewirkt und die geistige Umkehrung  zum Überleben der Menschheit herbeiführt. Der Pfad, den wir mit richtigen Worten und einer einfühlsamen Lebensphilosophie beschreiten, weist uns den Weg zum Weltfrieden.

Gabriel Looser (CH)
Was in uns nicht stirbt. Das Erbe der Väter
Vortrag und Workshop
Sterbende – ebenso wie Menschen in Nahtoderfahrungen – halten oft Rückblick auf ihr Leben: Was war wichtig? Welche Werte habe ich gelebt, welche verpasst? Es geht also um das gelebte, aber ebenso um das ungelebte Leben, was zu Bedauern führen kann.
Warum also schieben wir diese Fragen vor uns her bis in die Todesstunde – wenn es zu spät ist? Machen wir jetzt eine Standortbestimmung! Sterben ist ein Geheimnis – tibetische Buddhisten lehren, ihm in meditativer Sammlung zu begegnen; die christliche Tradition spricht von Vertrauen und Hingabe – in wen? Da kommt der Gedanke an „Gott-Vater“ auf – für manche ein schweres Erbe.

Linda Jarosch (DE)
Königin und wilder Mann. Lebe deine Stärken!
Vortrag und Workshop
Beziehungen zwischen Mann und Frau, ob in der Familie, im Beruf oder im Freundeskreis können uns immens bereichern und stärken. Sie können uns aber auch schwächen. Durch Wertungen und herabsetzende Kommentare können wir uns missverstanden und gekränkt fühlen. Darauf reagieren wir oft nicht klar und souverän. Stattdessen greifen wir dann zurück auf Verhaltensweisen, die wir uns angeeignet haben, die uns aber meist nicht weiterbringen. Vielleicht ziehen wir uns innerlich sogar zurück, bleiben im ständigen Groll hängen oder geben den Wunsch auf, eine gute Beziehung leben zu können. Wir stecken fest in alten Bildern, sehnen uns aber danach, uns daraus lösen zu können.
Archetypische Bilder können uns einen Weg aufzeigen, wie wir uns aus dem Erbe einengender Muster befreien können. Je stärker uns diese inneren Kräfte bewusst sind, desto klarer können wir in alltäglichen Situationen daraus handeln. Gelingt es uns, diese Stärken einzusetzen, können sie uns zu einer reiferen Form unserer Beziehungen führen. Wir können aufbrechen und zu einem neuen Zusammenwirken von Frau und Mann beitragen.

Reinhold Hermann Schäfer (DE)
Wie ich durch meine Vaterwunde zum Mentor wurde
Vortrag und Workshop
Ich bin mein Vater und doch anders! Erst wenn ich mir wirklich vorstellen kann, wie mein eigener Vater zu sein, kann ich in Freiheit anders sein. Im Workshop zum Vortrag macht Schäfer mit modernen Schauspielübungen bekannt, die zu Echtheit und Kraft führen. – „Wir sollten uns unsere Verletzungen nicht nur als Wunden vorstellen, die geheilt werden müssen, sondern als Salzminen, aus denen wir etwas Kostbares und Wesentliches gewinnen können, ohne das unsere Seele nicht leben kann“ ( James Hillmann)

Franz Alt (DE)
Flüchtling: Jesus, Dalai Lama, Franziskus … und andere Vertriebene
Vortrag
„Wer einem Menschen das Leben rettet, rettet die ganze Welt.“
(Jüdische Weisheit bzw. aus dem Koran)

Geshe Tenzin Dhargye (IN/AT)
Heilung durch innere Stärke
Vortrag
Lama Geshe Tenzin Dhargye zählt zu den größten Denkern des Buddhismus der Gegenwart. Im Auftrag des Dalai Lama wirkt er in Österreich an der Vision einer weltumspannenden überreligiösen Ethik und der Versöhnung der Kulturen mit.

Ulrike Hobbs-Scharner (DE)
Das Feuer des Herzens
Vortrag
Feuer schmerzt und zerstört – und wärmt und schützt zugleich. Es ist und ist doch nicht greifbar. Es scheint gen Himmel zu streben, gierig um sich zu greifen, dann aber auch zu (ver-)glimmen und zu wärmen. In der unmittelbaren Wahrnehmung gebärt es erhellendes Licht wie auch verhüllend-stickigen Rauch. Ausnahmslos jede bekannte religiöse Tradition setzt sich daher mit dem Feuer auseinander und integriert die Flammen – gezähmtes Feuer – in die eigenen Rituale und Überlieferungen. Eines der vielen unterschiedlichen Feuer ist das Feuer des Herzens, auf das Ulrike Hobbs-Scharner in ihrem Vortrag eingeht.

Christiane Grünecker (PT/DE), Walter Friedl-Grünecker (PT/DE)
Die Kraft unserer Vorfahren. Ohne sie wären wir nicht – so wie wir sind
Workshop und Ritual
Es ist eine biologische Tatsache, dass unsere Eltern unser aller derzeitiges Leben möglich gemacht haben. Daher schulden wir ihnen Dank für das Geschenk des Lebens. Über unser rein biologisches Erbe hinaus haben wir von unseren Eltern aber auch die bewussten und lehrbaren Inhalte ererbten Kulturgutes, die transgenerational übertragenen Lebenshaltungen und tradierten Verhaltensweisen unserer Familienlinien mitbekommen.
Obendrein gibt es auch eine Gefühlserbschaft – eine „Verbindung des Unbewussten“ –  zwischen den Generationen einer Familie, können doch stark prägende Lebensumstände unserer Vorfahren in unser Erbgut integriert sein. Die Gesamtheit dieser transgenerationalen Übertragungsphänome bestimmt unser Leben.
Hier setzt der Erlebnis-Workshop mit Christiane Grünecker und Walter Friedl-Grünecker an. Im imaginierten und ritualisierten Kontakt mit unseren Vorfahren können implizite und explizite, hemmende Glaubenssätze und Verhaltensmuster  unseres Familiensystems wahrgenommen, transformiert und als hilfreiche, positive Lebenshaltungen integriert werden.
Im Abschlussritual wird die wunderbare, tragende Lebenskraft unserer Vorfahren für uns erlebbar und auch deren liebevolle, stärkende Verbundenheit mit uns und unserem Leben – eine kraftvolle Erfahrung, die uns positiv verändert.

Helga und Manfred Weule (AT)
Geschichten, die unsere Ahnen erzählen: Inanna und Gilgamesch
Workshop
Inanna und Gilgamesch sind Urahnin und Urahne, die uns die Geschichte über die „Wiege unserer Zivilisation“ in einer alten Kultur erzählen. Sie lebten vor ca. 4.000 Jahren in der Stadt Uruk in Sumer, im heutigen Irak. Uruk war damals eine der größten Städte der Welt, in der sich bereits eine Klassengesellschaft mit einer Staatsordnung und expansivem Wirtschaftswachstum etabliert hatte. Ihre Geschichten wurden auf Tontafeln geschrieben und sind uns fast vollständig erhalten. Dieses älteste literarische Erbe ist hochaktuell.
Die Geschichte der Sonne- und Mondgöttin Inanna ist Zeugnis des Einweihungs- und Entwicklungsweges, den wir in einer ganzheitlichen Naturreligion gehen können – vom Pflanzen des heiligen Baumes, der Verbindung mit dem männlichen Gott der Weisheit über die heilige Hochzeit bis zum Abstieg in die Unterwelt und zur Rückkehr.
Die Geschichte von Gilgamesch, dem prächtigen König von Uruk, beschreibt den leidvollen und verwirrenden Einweihungs- und Entwicklungsweg, der in einer patriarchalen Herrschaft mit männlichen Gottheiten gegangen werden muss. Es ist die Geschichte von der Angst eines einsamen Herrschers vor dem Vergessenwerden. Erst die Trauer um den Verlust seines Weggefährten lässt ihn demütiger werden und auf die Suche nach dem Geheimnis ewigen Lebens gehen.
Im Workshop werden wir die Geschichte beider Ahnen erzählen und zentralen Erfahrungen in einem kreativen rituellen Raum persönlich nachspüren.

Bernhard Huter (AT)
Stellvertretende Vaterschaft. Warum ich ein ganzes Dorf  brauche,
um ein Kind zu erziehen
Workshop
Rabbi Sussja erzählt: „Gott spricht zum Menschen: Zuvorderst geh aus deinem Land – aus dem Land der Trübung, die du dir selber angetan hast; sodann aus deinem Geburtsort – aus der Trübung, die deine Mutter dir angetan hat; sodann aus deinem Vaterhaus – aus der Trübung, die dein Vater dir angetan hat. Nun erst vermagst du in das Land zu gehen, das ich dir zeigen werde.“
(Chassidische Weisheit)

Werner Laminger (AT)
Vater sein – Samenspender, „Daddy cool“, Lebenspartner?
Workshop
Vater sein war viele Generationen lang mit Begriffen wie Erzeuger, Ernährer, Chef, Patriarch oder Landesherr verbunden. In den letzten Jahren sind im Bereich der Männerforschung zusätzlich zur historischen Rolle von Vätern Aspekte des psychosozialen Einflusses auf Familie und Gesellschaft erforscht worden. These: Positive und präsente Väterlichkeit ist mitgestaltend an der Entwicklung einer gesunden menschlichen Identität. Die Auseinandersetzung mit Aspekten aus der Entwicklungspsychologie und Erkenntnissen aus der Männerforschung gibt Aufschluss darüber, wie Väter bewusstseinsbildend, entwicklungsfördernd und identitätsstiftend wirken.